
Die Karl Schneider Gesellschaft ist über die Unterschutzstellung von Haus Spörhase in der Baurstraße 74 sehr erfreut und erleichtert. Das Einfamilienhaus wird seit Juni 2023 in der Denkmal-Liste geführt unter der Nummer 45917. Damit ist eines der wenigen erhalten gebliebenen Zeugnisse der Baukunst eines Pioniers der Frühen Moderne in einem Gebiet steigender Grundstückspreise vor dem Abriss bewahrt.
Karl Schneider entwarf das Haus 1927 für den Architekturpublizisten Rolf Spörhase, mit dem er beruflich eng zusammenarbeitete. In direkter Nachbarschaft baute Schneider 1928 in der Grünewaldstraße 11 seinen eigenen Familienwohnsitz, ein Denkmal, das erst kürzlich mit seiner originalen experimentierfreudigen Farbigkeit wiederhergestellt wurde. Die beiden Häuser bildeten schon damals ein Ensemble und ein gemeinsames Statement für die Wohnkultur des Neuen Bauens.
Trotz einer 1964 erfolgten Teilaufstockung wurde das Haus über Jahrzehnte von seinen Eigentümern mit Respekt vor der originalen Substanz gepflegt. Viele Details der Bauzeit sind daher erhalten. Der im Jahr 2022 folgende neue Eigentümer, eine Immobiliengesellschaft, scheiterte mit einem inadäquaten Konzept und bot das leerstehende Haus ab Januar 2024 wiederum zum Verkauf an. Die Karl Schneider Gesellschaft konnte unterdessen im Februar 2024 zu einer Besichtigung des bereits leerstehenden Haus Spörhase einladen, ein Bericht hierzu findet sich in der Ausgabe 16 unserer Schneiderseiten.
Leider machen sich mittlerweile am gesamten Gebäude Folgeschäden durch ausbleibende Beheizung und Belüftung sowie eindringende Feuchtigkeit bemerkbar. Anfang April 2026 ist Haus Spörhase nun schließlich an neue private Eigentümer verkauft worden und sieht jetzt hoffentlich einer denkmalgerechten Sanierung entgegen.
